Manifest


"Die Deformation"


Die Deformation gehört zu der letzten wissenschaftlichen, intellektuellen Periode der zeitgenössischen Kunst und deren Studien der Dimensionen mit neuen astronomisch-mathematischen Aussichten und psychophysischen Elementen.


Sie beruht auf allgemeinen Studien der Theorien des Makrokosmos (Weltall) und Mikrokosmos, der Materie (Urstoff) und der Antimaterie (Gegenstoff). Ihre Themen sind geschichtlicher Art, psychischer und soziologischer Art (Mitteilung und Hoffnung), sie beinhaltet aber auch Elemente der astronomischen Wissenschaft und des Solipsismus. In der Reihenfolge der Entwicklung der Malerei zeigt sich folgendes Bild: Nach einem zweidimensionalen Sichtfeld (Kunst der Ägypter) folgte ein dreidimensionales (Renaissance), darauf ein ebenfalls dreidimensionales technisch-wissenschaftliches Sehfeld, welches inspiriert ist durch die Theorie der 4. Dimension nach den allerneuesten Entdeckungen (Futurismus und Kubismus).


Daran schließt sich die Deformation an, indem sie Bezug nimmt auf bestimmte naturwissenschaftliche Theorien wie die Urknalltheorie und die Expansion des Universums. Mit der Deformation soll jener vieldimensionaler Weltbereich erfasst werden, der außerhalb unseres dreidimensionalen Anschauungsraumes liegt, wobei Spiralkurven von einem oder mehreren Punkten ausgehend als Deformationsparameter verwendet werden. (Weltmodell: Expansion des Universums, Urknalltheorie, Einsteins allgemeine Relativitätstheorie. Alles ist Geometrie, Topologie, strukturierter Raum; der physikalische Raum ist Nichteuklidisch, sondern vieldimensional). Daran könnte sich zum Beispiel eine 4. Dimension anschließen, eine 5. Dimension... bis hin zu einer n-ten Dimension.


Die Deformation ist eine neue Art, die Realität zu sehen, offen für zukünftige soziale Aussichten, sie zeigt den Verfall von spirituellen und theologischen Glaubensfassaden. Sie weiß und glaubt mit starker Sicherheit an den Individualismus in der sozialen Kommunikation.

 

Rocco Barone - Kriftel, 20.11.1978

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manifest


Manifest (2. Teil)


Bisher habe ich mich darauf beschränkt, den vieldimensionalen Weltbereich durch Spiralkurven zu deformieren, indem ich bei meinen Bildern verschiedene visuelle Perspektiven angewendet habe (Methode A, B und C).


In diesem Experiment habe ich nun als technische Form die Leinwand miteinbezogen und damit eine gelungene Kombination von Form und Stil erzielt. Damit ist es mir zum ersten Mal gelungen, der Leinwand eine neue Dimension zu geben, und zwar eine „deformierte“.


Die alte bidimensionale Form der Leinwand wird nun ersetzt durch eine neue Form

(2 ½ Dimensionen), mit der Volumen und visuelle Effekte erzielt werden können.

Somit wird das Gleichgewicht zwischen Form und Stil hergestellt.


Die Leinwand wird nicht mehr nur ausgestellt als „Bild“ im herkömmlichen Sinne, sondern auch als Objekt beziehungsweise Plastik.





Rocco Barone - Kriftel, 04.11.1980